Statement FreiZeit für junge Geflüchtete: Kinderrechte für alle

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich” – so lautet Artikel 3 des Grundgesetzes.

Durch den russischen Angriffskrieg ist Flucht und das Ankommen geflüchteter Menschen wieder verstärkt in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Wir haben in den letzten Wochen einige Anfragen und Unterstützungsangebote erhalten, um für geflüchtete Kinder weiterhin Freizeitangebote zu verwirklichen. Einige richten sich gezielt an die Geflüchteten aus der Ukraine, aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle ein uns wichtiges Anliegen teilen:

 Wir setzen uns für alle geflüchteten Kinder und Jugendliche ein und möchten ihnen allen eine Auszeit, gemeinsames Spiel und Freude schenken: Alle Kinder haben ein Recht auf Spiel!

Wir freuen uns über Unterstützungsangebote und kooperieren gern, um gemeinsam Angebote für alle Kinder machen zu können. In der Landesaufnahmebehörde (LAB), wo unsere Zielgruppe lebt, verweilen derzeit – wie immer in den vergangenen Jahren – viele Kinder mit ihren Familien, die aus den unterschiedlichsten Orten nach Deutschland geflüchtet sind. Teilweise sind  sie dort für mehrere Monate untergebracht und es bestehen kaum Möglichkeiten zur freien Entwicklung und Entfaltung für die Minderjährigen. Kurzum: die LAB ist kein Ort für Kinder! Wir sehen unsere Aufgabe darin, ihnen allen Angebote zu machen, völlig ungeachtet ihrer Herkunft:

„Mit unserem Projekt versuchen wir, die Isolation der Sammelunterkünfte für Geflüchtete  zu überwinden und eine Plattform für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen, auf der sie unbenommen ihrer Herkunft oder ihres rechtlichen Aufenthaltsstatus als junge Menschen wahrgenommen und gefördert werden.“ (Zielsetzung unseres Projekts aus: https://freizeitfuerjungegefluechtete.de/freizeit-fuer-fluechtlingskinder/)

Gegenwärtig sind die Bedingungen, unter denen Menschen nach Deutschland kommen, sehr unterschiedlich, darauf haben viele Organisationen verwiesen. Wir halten das für unfair – nähere Informationen und besonders empfehlenswerte Beiträge findet ihr zum Beispiel hier: 

Wir möchten in keiner Weise das Engagement für geflüchtete Ukrainer:innen schlecht reden, im Gegenteil; wir freuen uns über die große Hilfsbereitschaft und schnelle Aufnahme der Geflüchteten. Aber wir dürfen eben auch nicht die Geflüchteten aus anderen Ländern vergessen, denen die Aufnahme nicht erleichtert wird. Der Umgang mit ukrainischen Geflüchteten hat gezeigt, dass es auch unbürokratisch und schnell geht – warum also nicht auch für Geflüchtete aus Syrien, Jemen oder Afghanistan?

 Die Geschäftsführung des Exil e.V. schreibt dazu im aktuellen Newsletter (08.04.22): 

„Leider hat sich in den vergangenen Wochen ein System entwickelt, das Geflüchtete in zwei Klassen unterteilt. (…) Für die deutsche Regierung und auch die Regierungen der europäischen Mitgliedstaaten scheint Krieg nicht gleich Krieg zu sein. Offenbar macht es einen Unterschied, wo die Bomben fallen.

Durch Aktivierung der EU-Massenzustrom-Richtlinie jedenfalls erhalten geflüchtete Ukrainer*innen sofort Zugang zu Aufenthalt, Sozialleistungen, Sprachkursen und dem Arbeitsmarkt und müssen kein Asylverfahren durchlaufen. Nach Beginn des Krieges in Syrien wurde diese Richtlinie nicht aktiviert. Viele Geflüchtete hoffen seit Jahren auf eine Bleibeperspektive in Deutschland, eine Arbeitserlaubnis oder endlich einen Sprachkurs machen zu dürfen. Auch die Chance, eine Wohnung zu finden, ist z.B. für Menschen aus afrikanischen Ländern deutlich schlechter als für Menschen aus der Ukraine.“

Wir sind der Meinung: Schutzsuchende dürfen nicht unterschiedlich behandelt werden. Und genau deshalb möchten und werden wir in unseren Aktionen nicht zwischen den Herkunftsländern von geflüchteten Kindern und Jugendlichen unterscheiden.