project 'FreiZeit für Flüchtlings­kinder'

Vorstellungsvideo des EXIL e.V., unter dessen Dach wir arbeiten

Vorstellungsvideo unserer Initiative beim Kinder-haben-Rechte-Preis 2015

Wer wir sind

FreiZeit für Flüchtlingskinder (kurz FFF) ist eine bunte Gruppe an Menschen, welche sich für Kinder und Jugendliche mit Fluchtgeschichte, die in der Landesaufnahmebehörde Bramsche-Hesepe leben, engagieren.

An zwei Wochenenden im Monat organisieren wir verschiedenste Freizeitaktivitäten: Von künstlerisch-kreativen Bastelstunden über musikalische, bis hin zu sportlichen Aktivitäten versuchen wir eine möglichst große Vielfalt an Freizeitgestaltungen zu ermöglichen. Bei regelmäßigen Vorbereitungstreffen in lockerer Atmosphäre planen wir neben den regelmäßigen Aktionsnachmittagen unter anderem auch Begegnungsprojekte mit Schulen oder organisieren Informations – und Dialogveranstaltungen zum Thema Flucht und Asyl. Wir besuchen Schulklassen, Seminare und Vorlesungen in der Universität. So versuchen wir auf das Thema aufmerksam zu machen und mehr Menschen zu bewegen, sich für Geflüchtete zu engagieren. Wir sind keine primär politische Initiative, mischen uns jedoch ein, indem wir antidiskriminierende Solidarität vorzuleben versuchen und Menschen aufsuchen, die ansonsten an den Rand der Gesellschaft gedrängt leben.

Mit unserem Projekt versuchen wir, die Isolation der Sammelunterkünfte für Geflüchtete  zu überwinden und eine Plattform für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen, auf der sie unbenommen ihrer Herkunft oder ihres rechtlichen Aufenthaltsstatus als junge Menschen wahrgenommen und gefördert werden.

Wir arbeiten als Projekt des Exil-Vereins und werden außerdem von unterschiedlichen Organisationen und Sponsor:innen unterstützt. Besonders die kontinuierliche finanzielle Hilfe des Kinderhilfswerks „terre des hommes“ ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Als durch den AStA geförderte Studierendeninitiative versuchen wir, Studierenden die Möglichkeit zu geben, praktische Erfahrungen zu machen, ihr Organisationstalent, sowie ihre sozialen und kulturellen Kompetenzen zu erweitern. Engagement bei FFF lässt sich bei einigen Studiengängen – etwa im Rahmen von Projektarbeiten oder Praktika –  auch als Leistungsnachweis anrechnen.

Hintergründe

Jeder Mensch, der in Deutschland Asyl beantragt, bringt seine eigene Geschichte mit sich, diese kann durch Erlebtes im Herkunftsland oder während der Flucht durchaus traumatische Erfahrungen beinhalten. Dies berücksichtigen wir in der Planung der Aktionsnachmittage.
Auch in Deutschland angekommen müssen Geflüchtete in angespannter Situation und mit ungewisser Perspektive leben. Unter den Einschränkungen eines Lebens als nach Deutschland geflüchtete Menschen leiden insbesondere die Kinder. Es fehlt an Räumen zur freien Entfaltung und Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklungsförderung.

Außerdem gibt es kaum institutionalisierte Möglichkeiten, mit Menschen aus der Region in Kontakt zu kommen. So bemühen wir uns darum, Räume für Begegnungen zu schaffen. Wir möchten nachhaltig Vorurteilen entgegenwirken und Akzeptanz und Solidarität fördern. Uns ist es wichtig Menschen - unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus - zu begegnen und mit ihnen gemeinsam positive Erlebnisse zu schaffen.

Wir fühlen uns mit dem Leitbild der UN-Kinderrechtskonvention verbunden. Diese betont das Recht der Kinder mit Fluchtgeschichte auf freie Ausübung der Religion, Förderung der Teilhabe, Möglichkeiten zur freien Entfaltung und Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Wir bestehen außerdem auf das Recht von Privat- und Intimsphäre, selbstbestimmte Nahrungsaufnahme, schulischem Unterricht, medizinischer Versorgung und psychosozialer Betreuung.

Auf Missstände und deren Folgen in der Asylpolitik machen wir aufmerksam und zeigen Solidarität mit Geflüchteten. Wir befürworten und unterstützen politische Aktionen zur Verbesserung der Rechte von Geflüchteten und betreiben entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

history

Der Grundstein für unser Projekt wurde bereits 2003 gelegt. Zwei engagierte Grundschullehrerinnen organisierten in Absprache mit der damaligen Diakonin wöchentliche Spielenachmittage im örtlichen Gemeindehaus in Hesepe. Es wurde ein Begegnungsraum für die Kinder mit Fluchtgeschichte und einheimische Kinder aus Hesepe geschaffen. Durch die hohe Nachfrage des Angebotes wurden schon bald regelmäßige Treffen am Wochenende, nun außerhalb des Gemeindehauses, veranstaltet.

Die Struktur aktuell, mit regelmäßigen Vorbereitungstreffen und geplanten Organisationen besteht seit etwa 2013.

Seit 2014 erhält unser Projekt finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisation Terre des hommes, sodass ein Teil der Projektmitarbeiter:innen für ein kleines Honorar verstärkt in den Bereichen der Organisation, Nachhaltigkeit und Öffentlichkeitsarbeit tätig sein kann. Nichtsdestotrotz lebt unser Projekt nach wie vor von ehrenamtlichem Engagement.

Mit dem Preisgeld des Kinder-haben-Rechte-Preis 2015 haben wir zusammen mit dem Kinderschutzbund Niedersachsen in einem Prozess das jetzige Leitbild für unser Projekt erarbeitet. Auch sonst finanzieren wir unsere Arbeit durch Preisgelder, Spenden von Privatpersonen oder Kooperationspartner:innen.